Das Wirtshaus im Spessart

1828 wurde postum die dritte Märchensammlung des früh verstorbenen Romantikers Wilhelm Hauff veröffentlicht.
Ein großer Teil der Handlung spielt in einem „Wirthaus im Spessart“, einer namenlosen Herberge irgendwo im Wald zwischen Aschaffenburg und Würzburg, in der eine Gruppe Reisender Zuflucht vor einer marodierenden Räuberbande sucht.

1958 wurde die Geschichte eher frei mit der unvergleichlichen Lilo Pulver in der Hauptrolle verfilmt. Zwei Jahre später erfuhr die erfolgreiche Klamotte eine Fortsetzung in Form eines Film-Musicals, die mit Hauffs Erzählung nur noch den Rahmen gemein hatte. Die längst verstorbenen Räuber wurden im Keller des Gasthauses eingesperrt und spuken nun als Geister umher.
Mit dem Bau der A3 muss jedoch ihr Wirtshaus einer Autobahnraststätte weichen, die Gespenster ziehen in ein verfallenes Schloss um – und liefern sich schließlich ein Rennen mit sowjetischen Kosmonauten im Wettlauf zum Mond …

Autobahnraststätte Spessart-Süd
Das Wirtshaus im Spessart 189 Jahre später

… und weitere 57 Jahre später wurde aus dem Wirtshaus im Spessart nun der McDonald’s im Spessart.

Seit dieser Woche hat Restaurant #1738 in Fahrtrichtung Würzburg geöffnet und erweitert die Produktpalette der Raststätte Spessart-Süd. McCafé gibt es keines – wohl um dem Nachbarn Coffee Fellows keine Konkurrenz zu machen. Ansonsten ist die Filiale auf dem aktuellsten Stand: Zwei Easy-Order-Terminals, Made-for-you und Tischservice dürfen ja inzwischen als Selbstverständlich gelten. Platz gibt es auch genug: Über 200 Sitzmöglichkeiten auf zwei Etagen, die man sich freilich mit den Kunden anderen gastronomischen Angebote teilt. Die Toiletten betreibt autobahnüblich Sanifair, entsprechend sind sie auch kostenpflichtig. Eine dediziertes Playland gibt es nicht, hierfür stehen die raststätteneigenen Spielmöglichkeiten zur Verfügung.

Anders als die jüngsten Neueröffnungen und Planungen handelt es sich bei der Filiale um keinen ehemaligen Burger King-Standort. Auch fungiert als Pächter nicht wie sonst die Autobahn Tank & Rast QSR GmbH, sondern mit der Rasthaus & Hotel im Spessert A3 Süd GmbH der Raststättenbetreiber. Es ist also nicht ganz klar, ob dieses Restaurant dem Vertrag mit der Tank & Rast zuzurechnen ist.

Bereits am kommenden Montag geht es voraussichtlich weiter: Dann soll nämlich an der Raststätte Feucht-West bei Nürnberg an der A9 das nächste Restaurant eröffnen.

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